Wenn wir über die Geburt sprechen, geht es oft um das Körperliche: Wehen, die Eröffnungsphase oder verschiedene Möglichkeiten der Schmerzlinderung. Mindestens genauso wichtig ist jedoch das, was mental passiert.
Wie du auf deinen Körper, deine Fähigkeiten und deine Rolle während der Geburt blickst, kann deine Geburtserfahrung und sogar den Geburtsverlauf stärker beeinflussen, als viele denken.
Was bedeutet Selbstvertrauen vor der Geburt?
Selbstvertrauen bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, keine Angst zu haben oder sich vollkommen sicher zu fühlen, wie alles verlaufen wird.
Vielmehr geht es um ein grundlegendes Vertrauen:
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dass dein Körper die Fähigkeit hat, ein Kind zu gebären,
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dass du Schritt für Schritt mit dem umgehen kannst, was auf dich zukommt,
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und dass du das Recht hast, bei Entscheidungen, die deine Geburt betreffen, mitzubestimmen.
Für viele Frauen ist dieses Vertrauen nicht einfach von Anfang an da. Es wächst durch Wissen, Vorbereitung und die Auseinandersetzung mit der eigenen Geburt.
Körper und Nervensystem – warum Sicherheit so wichtig ist
Die Geburt wird maßgeblich vom autonomen Nervensystem und verschiedenen Hormonen beeinflusst.
Fühlst du dich sicher und geborgen, schüttet dein Körper mehr Oxytocin aus – ein Hormon, das die Gebärmutter dabei unterstützt, effektiv zu arbeiten und zu einer guten Wehentätigkeit beitragen kann.
Stress oder Angst aktivieren hingegen das körpereigene Stresssystem. Das kann dazu führen, dass:
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Wehen als intensiver empfunden werden,
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die Pausen zwischen den Wehen kürzer erscheinen,
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sich dein Körper stärker anspannt.
Das bedeutet nicht, dass eine Geburt durch Sorgen oder Ängste automatisch ins Stocken gerät. Sie können jedoch beeinflussen, wie du die Geburt erlebst und wie dein Körper darauf reagiert.
Vorbereitung schafft Vertrauen
Für viele Frauen wächst das Vertrauen in sich selbst, wenn sie besser verstehen, was während einer Geburt passiert.
Dazu kann gehören:
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die verschiedenen Phasen der Geburt kennenzulernen,
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sich mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen auseinanderzusetzen,
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mögliche Situationen gemeinsam mit dem Partner oder einer anderen Begleitperson zu besprechen.
Wer sich im Vorfeld mit der Geburt beschäftigt, fühlt sich oft sicherer – auch dann, wenn am Ende nicht alles genau so verläuft wie geplant.
Wenn das Selbstvertrauen ins Wanken gerät
Zweifel, Sorgen oder Ängste vor der Geburt sind völlig normal.
Frühere Erfahrungen, Erzählungen anderer oder die Unsicherheit vor dem Unbekannten können beeinflussen, wie du dich fühlst.
Selbstvertrauen bedeutet nicht, dass diese Gefühle verschwinden. Es bedeutet vielmehr, Strategien zu entwickeln, um mit ihnen umzugehen, wenn sie auftauchen.
Für manche Frauen entsteht dieses Vertrauen durch Wissen, für andere durch die Unterstützung ihres Partners, ihrer Hebamme oder des medizinischen Teams. Wieder andere finden Sicherheit in Atemtechniken oder anderen Methoden, die ihnen helfen, im Moment zur Ruhe zu kommen.
Zusammenfassung
Selbstvertrauen vor der Geburt bedeutet nicht, genau zu wissen, wie alles verlaufen wird. Es bedeutet vielmehr:
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deinem Körper grundsätzlich zu vertrauen,
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dich aktiv in deine Geburt eingebunden zu fühlen,
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Strategien zu haben, um sowohl mit Ruhe als auch mit Unsicherheit umzugehen.
Dieser Teil der Geburtsvorbereitung erhält oft weniger Aufmerksamkeit als die körperliche Vorbereitung – dabei kann er einen großen Einfluss darauf haben, wie du deine Geburt erlebst.

Gastautorin: Li Lövebrant https://www.lifebyli.se/
„Li ist Doula und Geburtsfotografin mit einem besonderen Fokus darauf, wie Sicherheit, Vertrauen in den eigenen Körper und die Physiologie des Körpers während der Geburt zusammenwirken.
Durch ihre Arbeit unterstützt sie Frauen und Paare dabei, ihre Möglichkeiten besser zu verstehen und sich bewusster auf die Geburt vorzubereiten.“